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Regeln & Recht

E-Scooter und Alkohol: Welche Promillegrenze gilt?

Auf dem E-Scooter gelten dieselben Promillegrenzen wie im Auto. Das ist die eine Sache, die fast alle unterschätzen — und sie kostet regelmäßig den Autoführerschein.

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2026

Warum gelten überhaupt Auto-Grenzwerte?

Weil ein E-Scooter rechtlich ein Kraftfahrzeug ist. Er hat einen Motor, also greifen dieselben Vorschriften wie beim Pkw — § 24a StVG für die Ordnungswidrigkeit, §§ 315c und 316 StGB für die Straftat. Dass er klein ist und wie ein Tretroller aussieht, ändert daran nichts.

Das ist der Kern des Missverständnisses: Viele behandeln den E-Scooter wie ein Fahrrad. Beim Fahrrad liegt die Grenze zur Straftat bei 1,6 ‰. Beim E-Scooter bei 1,1 ‰ — und schon ab 0,5 ‰ wird es empfindlich teuer.

Die Grenzwerte im Überblick

Promille Einstufung Folgen
0,0 ‰ Pflicht für unter 21 & Probezeit 250 €, 1 Punkt, Probezeitverlängerung, Aufbauseminar
ab 0,3 ‰ Straftat nur mit Ausfallerscheinungen Geldstrafe, Punkte, Entzug der Fahrerlaubnis möglich
ab 0,5 ‰ Ordnungswidrigkeit 500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot (Ersttat)
ab 1,1 ‰ Straftat — absolute Fahruntüchtigkeit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe, Entzug der Fahrerlaubnis, MPU möglich

Der Autoführerschein ist mit im Spiel

Hier liegt der eigentliche Schaden. Für den E-Scooter brauchen Sie keine Fahrerlaubnis — verlieren können Sie sie trotzdem. Bei einer Trunkenheitsfahrt geht es nicht um das konkrete Fahrzeug, sondern um Ihre Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen insgesamt. Die Behörde kann deshalb den Pkw-Führerschein entziehen, obwohl Sie auf einem Roller saßen.

Bei 1,1 ‰ und mehr ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme. Dazu kommt bei entsprechenden Werten die Anordnung einer MPU.

Und die Versicherung?

Die Haftpflicht zahlt dem Geschädigten — Ihnen aber nicht. Bei grober Fahrlässigkeit, und dazu zählt Alkohol am Steuer, nimmt der Versicherer Regress: bis zu 5.000 Euro holt er sich von Ihnen zurück. Eine Kaskoversicherung für den eigenen Schaden entfällt in aller Regel komplett. Mehr dazu unter E-Scooter Versicherung.

Häufige Fragen

Welche Promillegrenze gilt auf dem E-Scooter? +

Dieselbe wie im Auto: Ab 0,5 ‰ liegt eine Ordnungswidrigkeit vor (500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot). Ab 1,1 ‰ ist es eine Straftat.

Verliere ich den Autoführerschein, wenn ich betrunken E-Scooter fahre? +

Ja, das ist möglich. Obwohl Sie für den E-Scooter keine Fahrerlaubnis brauchen, kann die Behörde bei einer Trunkenheitsfahrt die Fahreignung insgesamt in Frage stellen und den Pkw-Führerschein entziehen.

Gilt für Fahranfänger 0,0 Promille? +

Ja. In der Probezeit und für alle unter 21 Jahren gilt das absolute Alkoholverbot — also 0,0 ‰, auch auf dem E-Scooter.

Ist der E-Scooter eine Alternative zum Auto nach dem Feiern? +

Nein. Genau das ist der teure Irrtum. Der E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug — er ist keine Alternative zum Taxi, sondern dieselbe Gefahr wie der Griff zum Autoschlüssel.

Was gilt bei 0,3 Promille? +

Grundsätzlich straffrei — aber nicht, wenn Ausfallerscheinungen dazukommen. Wer bei 0,3 ‰ Schlangenlinien fährt oder einen Unfall baut, begeht eine Straftat (relative Fahruntüchtigkeit).

Das wird als Nächstes gefragt

Quellen

  • StVG § 24a — 0,5-Promille-Grenze; StGB §§ 315c, 316 — Trunkenheit im Verkehr
  • ADAC: E-Scooter — Regeln und Bußgelder (Stand 2026)
  • Bußgeldkatalog.org: E-Scooter (Stand 2026)

Keine Rechtsberatung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand; im Zweifel gilt der Gesetzestext.